Donnerstag, 29. Januar 2026
Die IG Engpassbeseitigung nimmt den vom Bundesrat in die Vernehmlassung geschickten Bericht mit den Eckwerten zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis 2045 zur Kenntnis. Aus der ETH-Studie von Prof. Ulrich Weidmann, welche letztes Jahr veröffentlicht worden war, ging die Priorisierung der dritten Röhre Rosenberg-Tunnel inklusive Zubringer Güterbahnhof klar hervor. Die IG Engpassbeseitigung ist erfreut, dass der Bundesrat die Wichtigkeit der dritten Röhre und des Zubringers Güterbahnhof anerkennt, erachtet den vorgesehenen Realisierungshorizont aber als untauglich, da die bestehenden Tunnels ab 2037 umfassend saniert werden müssen.
Die dritte Röhre Rosenbergtunnel inklusive Anschluss Güterbahnhof ist Teil von Verkehr ’45. Das ist richtig, zukunftsorientiert und für eine erreichbare Ostschweiz unabdingbar. Die Bevölkerung der Ostschweizer Kantone St.Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Schaffhausen hatte dem richtungsweisenden Projekt deshalb im November 2024 mit grosser Mehrheit zugestimmt. Dass das unterirdische Projekt jedoch erst mit einem Realisierungshorizont von 2045 ausgeführt werden soll, ist für die IG Engpassbeseitigung unverständlich. Die Lösung des drängenden Verkehrsproblems darf nicht auf die nächste Generation verschoben werden.
Die Engpassbeseitigung ist für die Ostschweiz von entscheidender Bedeutung – sowohl für den strassengebundenen öffentlichen Verkehr, der gerade für die Stadt St. Gallen zentral ist, als auch für den motorisierten Individualverkehr, der täglich mit über 80’000 Fahrzeugen auf der A1 zirkuliert.
Werden die Tunnels ab 2037 saniert, droht der Stadt St.Gallen und der umliegenden Agglomeration mit dem Zeitplan des Bundesrates der Verkehrskollaps. 40’000 Fahrzeuge müssten sich durch die Stadt St.Gallen und ihre Quartiere zwängen. Staus, Lärm und massive Zeitverluste wären an der Tagesordnung sein. Das ist untragbar!
Mit dem gemeinsamen Standesbegehren, welches im Frühling 2025 zusammen von den Kantonen St.Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Schaffhausen lanciert wurde, muss es rasch vereint weitergehen. Die breite Allianz der Ostschweizer Kantonsparlamente, der bürgerlichen Parteien sowie der Wirtschafts- und Verkehrsverbände wird den eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen. Kollaps und Stillstand müssen verhindert werden – im Interesse der Ostschweizer Bevölkerung und Wirtschaft.

