«Bestvariante» überzeugt – auch kostenmässig

Aus Sicht der IG Engpassbeseitigung überzeugt die vom Bundesamt für Strassen ASTRA, den Kantonen St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden, der Stadt St.Gallen und der Gemeinde Teufen präsentierte «Bestvariante» für den Zubringer Güterbahnhof rundum. Zusammen mit der gleichzeitigen Einigung auf die Grundsätze des für die Region vorteilhaften Kostenteilers zwischen Bund und der Region bedeutet dies einen wichtigen Schritt hin zu einer optimalen Beseitigung des Engpasses auf der A1 und dem Zubringer.

Die IG Engpassbeseitigung freut sich über die offensichtlich gelungene Koordination zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden. Der gemeinsame Auftritt aller drei Ebenen und die gemeinsam präsentierte Lösung ist ganz im Sinn der IG Engpassbeseitigung, wie deren Präsident, Kantonsrat Walter Locher, festhält: «Gemeinsame Bestvariante und grundsätzliche Einigung beim Kostenteiler sind die wichtigsten Grundlagen dafür, dass nun die generellen Projekte gestartet werden können. Die für die Region genannten Kosten von 150 bis 200 Millionen zeigen, dass eine Realisierung auch tatsächlich finanzierbar ist.»

Die Kostenhöhe ist sehr erfreulich: Der Bund trägt die gesamten Aufwendungen für die 3. Röhre Rosenbergtunnel, die Pannenstreifenumnutzung, das Projekt Tunnel Feldli und den unterirdischen Kreisel. Die Region – das heisst die Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden, die Stadt St.Gallen und die Gemeinde Teufen – müssen lediglich für die Kosten für die Anschlüsse an die Stadt und den Tunnel Liebegg aufkommen. Diese Kosten sind tiefer bzw. liegen im Rahmen anderer Umfahrungsprojekte im Kanton. Zum Vergleich: Bei der Umfahrung Bütschwil belaufen sich die Gesamtkosten auf 200,4 Mio. Franken (Preisbasis August 2008). Die Umfahrung Bazenheid kostet rund CHF 133 Mio. und die 2. Etappe der Umfahrung Wattwil rund CHF 125 Mio.

Der Zubringer Güterbahnhofs setzt sich gemäss Bestvariante aus dem Tunnel Feldli und einem unterirdischen Kreisel zusammen, von dem der Tunnel Liebegg und die Anschlüsse an die Stadt ausgehen. Diese Variante ist aus Sicht der IG Engpassbeseitigung sehr stimmig, indem das Gesamtprojekt (zu dem auch die dritte Röhre der A1 gehört) den Verkehr sowohl auf der Autobahn wie in der Stadt verflüssigt und die regionale Erreichbarkeit. Gleichzeitig wird der Verkehr an der Oberfläche verringert, was mehr Platz für den öffentlichen Verkehr und den Fuss- und Veloverkehr verschafft. Und mit der hauptsächlich unterirdischen Führung der neuen Strassen und Anschlüsse bleibt die Entwicklung des Areals Güterbahnhof möglich – ein Umstand, der auch die bisherigen Gegner dieses Anschlusses überzeugen sollte, sich der mehrheitlichen Haltung in der Bevölkerung anzuschliessen und sich für diese Bestvariante einzusetzen.

Bestvariante für Zubringer Güterbahnhof erarbeitet

Das Bundesamt für Strassen ASTRA, die Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden, die Stadt St.Gallen und die Gemeinde Teufen haben sich auf eine Bestvariante für den Zubringer Güterbahnhof und auf die Grundsätze des Kostenteilers zwischen Bund und Region geeinigt. Auf dieser Grundlage das ASTRA und der Kanton St.Gallen die weiteren Planungsarbeiten für das Teilprojekt «Zubringer Güterbahnhof» in Angriff.

Heute fahren täglich über 80’000 Fahrzeuge durch den Rosenbergtunnel. Das ist ein Viertel mehr als vor zehn Jahren. Damit stösst die Autobahn in Spitzenzeiten an ihre Kapazitätsgrenzen. Bis 2030 gehen die entsprechenden Prognosen von einer weiteren Zunahme des Verkehrs und der Stauzeiten aus.

3. Röhre Rosenberg geplant

Um diesen Engpass zu beheben und der weiteren Verkehrsentwicklung gerecht zu werden, plant das Bundesamt für Strassen ASTRA den Bau einer dritten Tunnel- röhre beim Rosenberg. Als Grundlage für die Projektierung hat im vergangenen Jahr bereits eine geologische Erkundung des Baugrunds stattgefunden.

Der Bau der dritten Röhre bedingt auch, die heutigen Pannenstreifen zwischen den Anschlüssen St.Fiden und Neudorf zu Fahrspuren umzunutzen (permanente Pannenstreifenumnutzung PUN). Dies ermöglicht die Erweiterung der Autobahn auf durch- gängig drei Fahrspuren je Fahrtrichtung in diesem Abschnitt.

Zubringer Güterbahnhof als Entlastung

85 Prozent der Autofahrten starten oder enden im Stadtgebiet. Deshalb lassen Staus auf der Autobahn auch das innerstädtische Verkehrsnetz zusammenbrechen: Diesem fehlt die nötige Kapazität, den ausweichenden Verkehr aufzunehmen. Lösungen, die ausschliesslich die Kapazität der Autobahn erhöhen, greifen deshalb zu kurz. Mit dem Teilprojekt «Zubringer Güterbahnhof» soll daher auch das städtische Strassennetz vom Verkehr entlastet werden. Mit der sogenannten Zweckmässig- keitsbeurteilung haben die Projektbeteiligten nun die Bestvariante für den Zubringer erarbeitet.

Bestvariante mit unterirdischem Kreisel

Der Zubringer Güterbahnhof setzt sich gemäss Bestvariante aus dem Tunnel Feldli und einem unterirdischen Kreisel zusammen, von dem der Tunnel Liebegg und die Anschlüsse an die Stadt abgehen. Der Tunnel Feldli schafft eine Verbindung zwi- schen der Autobahn und dem Güterbahnhof und ist mit zwei Tunnelröhren mit je zwei Spuren geplant. Im Areal Güterbahnhof mündet der Tunnel Feldli in den unter- irdischen Kreisel. Vom Kreisel sind Aus- und Einfahrten in die Geltenwilenstrasse und die Oberstrasse vorgesehen. Weiter soll der Tunnel Liebegg zwischen der Liebegg (Gemeinde Teufen, Kanton Appenzell Ausserrhoden) und dem unterirdischen Kreisel das städtische Verkehrsnetz und die Quartiere vom Durchgangsverkehr entlasten. Der Tunnel Liebegg ist mit je einer Spur stadtein- und stadtauswärts in einer Tunnel- röhre geplant.

Generelle Projekte gestartet

Für die dritte Röhre Rosenbergtunnel sowie den Tunnel Feldli und den Kreisel des Zubringers Güterbahnhof erarbeitet das ASTRA die Generellen Projekte. Über die Generellen Projekte entscheidet der Bundesrat voraussichtlich bis 2022 respektive 2025. Die weiteren Projektteile des Zubringers Güterbahnhof – die Anschlüsse an das städtische Netz und der Tunnel Liebegg – liegen in der Zuständigkeit des Baudepar- tementes des Kantons St.Gallen und werden in enger Abstimmung mit dem ASTRA sowie mit dem Kanton Appenzell Ausserrhoden, der Stadt St.Gallen und der Gemeinde Teufen weiter geplant. Der nächste Schritt ist die Erstellung eines Vorprojekts, das voraussichtlich bis 2021 vorliegt.

Grundsatzeinigung bei den Kosten

Die Kosten für die dritte Tunnelröhre und die Pannenstreifenumnutzung (PUN) zwischen den Anschlüssen St.Fiden und Neudorf werden vollständig vom Bund getragen. In der Botschaft «Strategisches Entwicklungsprogramm Nationalstrassen (STEP)», die der Bundesrat im vergangenen September zuhanden des Parlaments verabschiedet hat, sind entsprechend 1,144 Milliarden enthalten. Auf die Region entfällt ein Anteil von 150 bis 200 Millionen Franken. Die Kostengenauigkeit beträgt zum jetzigen Zeitpunkt +/– 30 Prozent. Im Verlauf der weiteren Projektierung werden die Kosten präzisiert. Der Kostenteiler innerhalb der Region wird in einem nächsten Schritt mit dem Vorprojekt erarbeitet.

Klare Vorteile gegenüber heutigem Zustand

Das Gesamtprojekt Engpassbeseitigung St.Gallen verflüssigt den Verkehr sowohl auf der Autobahn als auch in der Stadt und verbessert die regionale Erreichbarkeit. Die neue unterirdische Linienführung zum Autobahnanschluss ist kürzer, was sich positiv auf die Reisezeit und die Belastung in der Stadt auswirkt. Indem ein grosser Teil des Transitverkehrs unterirdisch abgewickelt wird, reduziert sich der Verkehr
an der Oberfläche und verschafft dem öffentlichen Verkehr wie auch dem Fuss- und Veloverkehr mehr Platz. Mit der hauptsächlich unterirdischen Führung der neuen Strassen und Anschlüsse bleibt die Entwicklung des Güterbahnhofareals möglich.

Weitere Informationen unter zubringer-gueterbahnhof.ch.

Ein sehr wichtiges Signal für die Ostschweiz

Die IG Engpassbeseitigung ist sehr erfreut über den heute bekanntgegebenen Entscheid des Bundesrates, im Rahmen der Erweiterungsprojekte für das Nationalstrassennetz (Realisierungshorizont 2030) nun auch die 3. Röhre durch den Rosenberg und die Spange Liebegg als prioritär zu betrachten und die nötigen Realisierungs-Schritte in die Wege zu leiten.     

Die im Raume St. Gallen seit 31 Jahren existierende A 1, die Strassen um, in und aus der Stadt und die Innenstadt von St. Gallen sind durch die hohe Verkehrszunahme täglich immer mehr überlastet. Kleinste Störungen, ja selbst normale Strassen- und Unterhaltsarbeiten führen zu langen Staus und lästigen Wartezeiten. Autos, aber auch Trolley- und Autobusse sowie der Langsamverkehr sind behindert.  Auf der A1 bestehen zunehmend Sicherheitsprobleme. Leidtragende sind täglich insbesondere Zehntausende von Verkehrsteilnehmern aus der Stadt, den angrenzenden Kantonen Appenzell- Ausserrhoden und Innerrhoden sowie Thurgau.

Es ist nun sehr erfreulich, dass der Bundesrat mit seinem heutigen Entscheid diesen Ostschweizerischen Engpass der höchsten Problemstufe aller Engpässe in der Schweiz zugeteilt und in den prioritären Realisierungshorizont bis 2030 eingestuft hat – inklusive Teilspange bis zum Güterbahnhof.

Es ist wesentlich, dass der Kanton St. Gallen jetzt rasch zusammen mit dem ASTRA und den Nachbarkantonen sowie der Stadt St. Gallen das vorhandene Projekt bereinigt, die Kosten bis zum Anschluss bis zur Liebegg definitiv ermittelt und dann den Kostenteiler festlegt.  Die IG Enpassbeseitigung erwartet, dass im Rahmen des 17. Staatsstrassenbaues (2019-2023, welches dem Kantonsrat St. Gallen im Sommer 2018 zugeleitet wird, die Voraussetzungen für die erforderlichen Realisierungsschritte konkret getroffen werden, damit anschliessend die dringend notwendige Umsetzung zur Verkehrsentlastung realisiert werden kann – allenfalls auch in einem gesonderten Staatsstrassenprogramm. Eine raschere Realisierung der staugeplagten Bevölkerung ist im Interesse der Ostschweiz.

17.01.2018

IG Engpassbeseitigung: Ja zum NAF auch für Ostschweiz wichtig

Die IG Engpassbeseitigung empfiehlt bei der eidgenössischen Abstimmung ein Ja zum Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF). Die Engpassbeseitigung in St.Gallen ist zwar nicht von diesem Fonds abhängig, diese neue Grundlage für die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur ist aber gerade für Regionen wie die Ostschweiz, deren Bevölkerung und Wirtschaft von vitaler Bedeutung.

Das Verkehrsnetz stösst gesamtschweizerisch wie in der Region Ostschweiz und speziell in der Agglomeration St.Gallen zunehmend an Grenzen. Auf den Nationalstrassen und in den Agglomerationen gibt es darum vielerorts Engpässe. Die starke Beanspruchung führt dazu, dass die Kosten für den Betrieb und den Unterhalt steigen. Und ein weiterer Ausbau ist dringend nötig.

Um die Finanzierung der Nationalstrassen langfristig zu sichern und auch in Zukunft Projekte für den Agglomerationsverkehr finanziell unterstützen zu können, haben Bundesrat und Parlament den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) geschaffen. Der Fonds ist zeitlich unbefristet und auf Verfassungsstufe verankert. Er ermöglicht den schrittweisen Ausbau der Nationalstrassen: Bis 2030 sollen in einem ersten Schritt rund 6,5 Milliarden Franken in die Engpassbeseitigung fliessen. Dank dem NAF kann der Bund zudem weiterhin Beiträge an Agglomerationsprojekte leisten. Damit können Städte und Gemeinden auch künftig gemeinsam in Umfahrungen und Entlastungsstrassen, in Busse und weitere Infrastrukturen und in Massnahmen für mehr Sicherheit oder zur Verminderung von Lärm- und Umweltschäden investieren.

Ein leistungsfähiges Verkehrsnetz in den Städten und Agglomerationen ist für die Schweiz und die Ostschweizer Kantone zentral. Um die wachsende Mobilität zu bewältigen, sind weitere Investitionen nötig. Der NAF bringt für die Nationalstrassen und den Agglomerationsverkehr eine Lösung, wie es sie dank FABI für die Bahninfrastruktur schon gibt. Dank dem NAF kann das Verkehrsnetz in der ganzen Schweiz verbessert werden. Davon profitieren alle.

Engpassbeseitigung sind die Wirtschaftsverbände der Stadt St.Gallen (HEV, Gewerbe Stadt St.Gallen, WISG) zusammen mit ACS, TCS, ASTAG und Vertretern aus den weiteren Ostschweizer Kantonen vereinigt. Sie setzt sich ein für ein leistungsfähiges Verkehrsnetz in der Region Appenzell-St.Gallen-Bodensee. Unterstützt wird es auch von eidgenössischen Parlamentariern wie etwa den Ständeräten Karin Keller-Sutter (SG) und Roland Eberle (TG) sowie zahlreichen Nationalräten so auch Nationalrat Andrea Caroni (AR).

23.01.2017

«Staustadt St.Gallen» verhindert

Die «Initiative Güterbahnhof» wurde – wie vom Komitee «NEIN zur Staustadt St.Gallen» erhofft – deutlich abgelehnt. Mit einem Nein-Stimmenanteil von über 63 Prozent und bei hoher Stimmbeteiligung haben die St.Gallerinnen und St.Galler damit entschieden, die Engpassbeseitigung weiter zu entwickeln und die Stadt vor zusätzlichem Verkehrschaos zu bewahren. Die vorgelegte Lösung mit Teilspange kann nun im Detail geplant und raschmöglichst realisiert werden.

 Durch die Abstimmung wurde bestätigt, dass es nicht reicht, einfach an einer Initiative festzuhalten, ohne neue Entwicklungen zu berücksichtigen. Die manipulativen Bilder und die fehlenden Argumente der Initianten konnten die St.Gallerinnen und St.Galler aber glücklicherweise nicht überzeugen: Die Ablehnung der Initiative zeigt, dass die Stadt-Bevölkerung den zunehmenden Lärm und Verkehr verhindern will und gleichzeitig eine gesamtheitliche Politik für alle Verkehrsarten befürwortet.

«Wir sind sehr erleichtert, dass das Volk sich so deutlich gegen die Initiative entschieden hat», sagt Walter Locher, FDP-Kantonsrat und Präsident des Nein-Komitees: «Die Folgen bei einer Annahme wären fatal gewesen, indem die Engpassbeseitigung samt Teilspange nur noch teilweise oder gar nicht mehr hätte umgesetzt werden können.» Und Michael Hugentobler, Präsident der CVP Stadt St.Gallen, hält fest: «Nun können wir endlich die Quartiere vom Verkehr entlasten und unsere Stadt weiterentwickeln.»

Unterirdische Tunnellösung ist jetzt möglich

Die Verkehrs- und Wirtschaftsverbände sowie die Parteien CVP, FDP, SVP, BDP und EVP der Stadt St.Gallen, die gemeinsam die Initiative bekämpften, setzen sich nun dafür ein, dass die vorgeschlagene Tunnellösung mit Teilspange schnellstmöglich realisiert wird. Walter Locher, gleichzeitig auch Präsident der IG Engpassbeseitigung, sagt dazu: «Die St.Galler Bürgerinnen und Bürger haben den Wegrinnen und Bürger haben den Weg für eine rasche Umsetzungsplanung von Bau- und Verkehrsvorhaben frei gegeben – jetzt müssen sich Bund, Kanton und Stadt für eine rasche Durchführung einsetzen.»

 

Ein «Nein» ermöglicht Engpassbeseitigung

Die IG Engpassbeseitigung, die sich für ein leistungsfähiges Verkehrsnetz in der Region St.Gallen-Appenzell einsetzt, sagt Nein zur Initiative Güterbahnhof. Ein Ja würde aus ihrer Sicht in Bern signalisieren, die Engpassbeseitigung sei den St.Gallerinnen und St.Gallern nicht so wichtig. Damit würde das in den Grundzügen vorliegende Projekt dritte Röhre samt Teilspange und Tunnel Richtung «Liebegg» gefährdet.

Die Initianten wollen einen Autobahnanschluss im Raum Güterbahnhof verhindern, obwohl die vorliegende Variante den Verkehr unterirdisch abnimmt und damit die Quartiere entlastet. Da eine wirkungsvolle Entlastung des städtischen Verkehrsnetzes aber gemäss den Verkehrssimulationen von Bund und Kanton aber nur mit der Teilspange möglich ist, gefährdet ein Ja zur Initiative die weitsichtige und nachhaltige Gesamtlösung.

Aus Sicht der IG Engpassbeseitigung könnte ein Ja zur Initiative dazu führen, dass der Bund – auch aufgrund der Begehrlichkeiten aus anderen Kantonen und Regionen – die Priorisierung der Engpassbeseitigung A1 in St.Gallen nochmals hinterfragt. Nur mit einem «Nein» zur Initiative kann St.Gallen die einmalige Chance einer effektiven Entlastung der innerstädtischen Strassen nutzen.

In der IG Engpassbeseitigung sind Verbände und Einzelpersonen aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau und beiden Appenzell vereinigt. Unterstützt wird sie auch von eidgenössischen Parlamentarier(inne)n aus der Ostschweiz.

NEIN zur Staustadt St.Gallen – NEIN zur Initiative Güterbahnhof

Die Wirtschafts- und Verkehrsverbände (Hauseigentümerverband, Gewerbe Stadt St.Gallen, Wirtschaft Region St.Gallen, Pro City, Wirtschaft St.Gallen-Ost und Industrie- und Gewerbeverein St.Gallen-West, TCS, ACS und Astag) und die Parteien CVP, FDP, SVP und BDP der Stadt St.Gallen haben das Komitee «NEIN zur Staustadt St.Gallen» gegründet und setzen sich damit gegen die «Initiative Güterbahnhof» ein.

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Stadt St.Gallen stimmen am 28. Februar 2016 über die «Güterbahnhof-Initiative» ab. Die Vorlage gibt vor, das Quartier rund um den Güterbahnhof vor zusätzlichem Verkehr zu bewahren. Sie wurde jedoch zu einem Zeitpunkt gestartet, als die heute vorliegende Lösung mit unterirdischem Anschluss und Anbindung Richtung Riethüsli noch gar nicht bekannt war. Den Initianten geht es letztlich darum, den motorisierten Individualverkehr in der Stadt dauerhaft zu behindern.

Ein Generationenprojekt
Für die Erreichbarkeit der Innenstadt und den Verkehr in der Ostschweiz ist die Vorlage sozusagen eine «Jahrhundert-Vorlage»: Was die St.Galler Bürgerinnen und Bürger jetzt möglich oder eben unmöglich machen, hat Auswirkungen auf mehrere Generationen nach uns. Sollte die weitsichtige Lösung nicht realisiert werden, wird der Auto- und Busverkehr in der Stadt St.Gallen innert weniger Jahre täglich während mehrerer Stunden im Stau blockiert sein. Das ist weder im Interesse der Verkehrsteilnehmer noch der belasteten Quartiere.

Das von Bund, Kanton und Stadt erarbeitete Projekt «Engpassbeseitigung St.Gallen» mit 3. Röhre durch den Rosenberg und unterirdischer Teilspange wird die ganze Stadt und die umliegenden Quartiere vom ständigen Stau entlasten und die Erreichbarkeit der Innenstadt (übrigens auch für den öffentlichen Verkehr!) sicherstellen. Ein zentrales Element dieser Entlastung ist unter anderen auch die unterirdische Teilspange mit einer Ausfahrt im Bereich Güterbahnhof.

Breit abgestütztes Komitee
Das Komitee «NEIN zur Staustadt St.Gallen» setzt sich vehement und mit allen Kräften für die Verkehrsentlastung ein und empfiehlt den Bürgerinnen und Bürgern ein NEIN zur Initiative Güterbahnhof. Wirtschafts- und Verkehrsverbände, die Parteien CVP, FDP, SVP und BDP sowie der Stadtrat raten dringend zur Ablehnung der Initiative. Hinzu kommt auch die Ablehnung von Direktbetroffenen: Die umliegenden Quartiervereine stehen ebenfalls klar hinter dem «NEIN zur Staustadt St.Gallen».

Die beteiligten Verbände und Parteien von «NEIN zur Staustadt St.Gallen» fordern die St.Gallerinnen und St.Galler auf, ihrem Komitee beizutreten und sie im Einsatz gegen die «Initiative Güterbahnhof» zu unterstützen:
www.staustadt-nein.ch/komiteebeitritt

Staustadt-NEIN

Weitsichtige und nachhaltige Lösung für Region und Stadt

Die IG Engpassbeseitigung ist hoch erfreut über die von Bund, Kanton und Stadt erarbeitete, zukunftsgerichtete Lösung zur Engpassbeseitigung im Raum St.Gallen. Sie dankt dem Bundesamt für Strassen (ASTRA), der St.Galler Regierung und dem Stadtrat sowie der Verwaltung von Bund, Kanton und Stadt für die sorgfältige und durchdachte Arbeit zur nachhaltigen Verkehrsentlastung der ganzen Region. Damit sind die Weichen für eine erfolgreiche Lösung der grossen Verkehrsprobleme richtig gestellt. Erforderlich ist nun eine rasche Umsetzung der zukunftsgerichteten Projekte.

Die im Raum St.Gallen seit 27 Jahren existierende A1, die Strassen um, in und aus der Stadt und die Innenstadt von St.Gallen sind durch die hohe Verkehrszunahme täglich immer mehr überlastet. Kleinste Störungen, ja selbst normale Strassen- und Unterhaltsarbeiten führen zu langen Staus und lästigen Wartezeiten. Autos, aber auch Trolley- und Autobusse sowie der Langsamverkehr sind behindert. Auf der A1 bestehen zunehmend Sicherheitsprobleme. Leidtragende sind täglich insbesondere Zehntausende von Verkehrsteilnehmern aus der Stadt, den angrenzenden Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden sowie Thurgau. Staus und Verkehrsbehinderungen sind nicht nur lästig und nervenaufreibend, sondern auch volkwirtschaftlich schädlich und umwelttechnisch höchst unerwünscht. In der Stadt St.Gallen sind ganze Quartiere zunehmend von täglichen Staus und stehenden Fahrzeugkolonnen belastet.

Eine überregionale und sachgerechte Lösung ist daher zwingend, damit die Region, aber auch die Stadt nicht im zunehmenden Verkehr versinkt. Ohne rasche Anpassungen wird dies in wenigen Jahren der Fall sein.

Ständerat und Nationalrat haben mit der Verabschiedung der bundesrätlichen Programmbotschaft zur Engpassbeseitigung in diesem Jahr den dringenden Handlungsbedarf im Raum St.Gallen klar erkannt. Der Engpassbeseitigung im Raum St.Gallen wurde eine hohe Priorität eingeräumt. Gestützt auf diese Beschlüsse wurden in den letzten Monaten vom Bundesamt für Strassen (ASTRA), dem Kanton St.Gallen und der Stadt St.Gallen intensive Variantenstudien betrieben.

Die 3. Röhre durch den Rosenbergtunnel ist als ideale Lösung zur Entlastung des Durchgangsverkehrs zwischen dem Rheintal/Thurgau und dem Grossraum Wil/Zürich unbestritten.

In Ergänzung dazu haben die beteiligten Behörden nun nach Studium von zahlreichen Varianten Ende dieser Woche eine in hohem Masse überzeugende Lösung für den Anschluss an die Innenstadt und das Appenzellerland präsentiert. Es darf anerkennenderweise gesagt werden, dass es gelungen ist, den gordischen Knoten zur Verbesserung aller Verkehrsträger zu durchschlagen und eine verkehrstechnisch, ökologisch, raumplanerisch sehr nachhaltige und weitsichtige Lösung vorzuschlagen.

Mit einer unterirdischen Verzweigungslösung am Rande des Güterbahnhofareals und einer Zusammenlegung und Verlegung der Trasses von Appenzellerbahn, Autobahnausfahrt und Langsamverkehr in den Bereich zwischen den SBB-Geleisen und den heutigen SBB-Lagergebäuden wird der Anschluss an die A1 in die Hauptverkehrsrichtung nicht nur für die Stadt in idealer Weise ergänzt. Es wird auch Raum frei für das interessante Entwicklungsgebiet des Güterbahnhofes.

Die geplante direkte Verbindung ins Appenzellerland mit einem Tunnel in den Raum Liebegg führt zu einer massiven Verbesserung des Verkehrsflusses zwischen Riethüsli und Schorentunnel. Sie entlastet die Quartiere Riethüsli, Oberstrasse und Tschudiwies vom Durchgangsverkehr.

Gesamthaft wird wertvoller städtischer Entwicklungsraum für innerstädtische Nutzungen gewonnen und öffentlicher Verkehr, Individualverkehr und Langsamverkehr ideal in einem Trasse zusammengeführt, ohne dass ein Verkehrsträger gegen den anderen ausgespielt wird. Vorhandene Flaschenhälse und Engpässe werden gesamtheitlich beseitigt. Langjährige verkehrliche Schwachstellen werden eliminiert.

Die erarbeitete Lösung ist weitsichtig. Auf sie haben die Bewohner und Verkehrsteilnehmer der Stadt und der Region seit langem gewartet. Die dringend erforderliche verkehrliche Entlastung ist damit in greifbare Nähe gerückt. Es gilt nun, die Details rasch näher auszuarbeiten, damit den zuständigen Behörden von Bund und Kanton die erforderlichen Projekte ohne Verzug eingereicht werden können.

Hier geht es zum Artikel vom Tagblatt.

Ständerat für Engpassbeseitigung in St.Gallen

Der Ständerat hat – wie der Nationalrat bereits vor einigen Wochen – im Sinn der bundesrätlichen Botschaft grundsätzlich beschlossen, die Voraussetzungen zu schaffen, um die dritte Röhre im Rosenbergtunnel rasch zu realisieren. Die 3. Röhre bleibt im Modul 2 und geniesst damit eine weiterhin hohe Priorität. Der Entscheid fiel mit 42:0 Stimmen. Die IG Engpassbeseitigung ist darüber hoch erfreut.

Der Ständerat hat mit der Verabschiedung der bundesrätlichen Programmbotschaft zwar noch keine Mittel für die Engpassbeseitigung in St.Gallen gesprochen – dazu fehlt derzeit noch das ausgearbeitete Projekt. Er hat aber die Prioritätensetzung des Bundesrates bestätigt, womit die dritte Röhre bei der A1 in der zweiten Priorität bleibt (statt wie früher in der dritten). Die Projekte der zweiten Priorität werden innerhalb der für die Beseitigung von Engpässen vorgesehenen Mittel realisiert.

Unbestrittenes Projekt

Ständerätin Karin Keller-Sutter betonte in ihrem Votum die Dringlichkeit der Engpassbeseitigung in St.Gallen. St. Gallen hat, wenn man die Stauproblematik und die Überlastung anspricht, auf der A1 in St. Gallen ein grosses Problem – ein Problem, das sich auch auf die Region Appenzell-St. Gallen-Bodensee mit den Kantonen St. Gallen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und Thurgau auswirkt: «Wir haben dieses Problem auch, weil wir zudem praktisch die Verbindungsstrasse zum angrenzenden Ausland sind. Die Staustunden beschränken sich heute nicht mehr nur auf Spitzenstunden. Staus sind vielmehr schon bei kleinsten Verkehrsstörungen auch während des Tages vorhanden.  Ein normaler Nationalstrassenunterhalt, von morgens früh bis abends spät, ist aufgrund der hohen Frequenzen kaum mehr möglich. Die Sanierung der 1987 erstellten Nationalstrasse ist in den nächsten Jahren zwingend, und mit einer dritten Röhre ist es möglich, diese Sanierung sukzessive anzugehen. Das Projekt ist damit nicht nur zur Vermeidung von täglichen langen und volkswirtschaftlich schädlichen Staus, sondern auch wegen des Sanierungsbedarfs dringend notwendig.»

Auf die Frage von Ständerätin Keller-Sutter, ob das Variantenstudium beim Zubringer «Güterbahnhof» das Projekt verzögern könnte, betonte Bundesrätin Leuthard, dass der Zeitplan die Engpassbeseitigung mit einer dritten Röhre davon nicht betroffen sei. Sie gehe davon aus, dass bis zum Baubeginn einer dritten Röhre die Frage der sinnvollen Anbindung ans städtische Verkehrsnetz gelöst sei. Ständerat Paul Rechsteiner seinerseits betonte, dass der Zubringer «stärker» eine Frage der innerstädtischen Verkehrspolitik als der nationalen Verkehrspolitik sei. Aber auch er hielt wörtlich fest: «Die Engpassbeseitigung im Raum St. Gallen auf der A1 durch eine dritte Röhre ist auch in der Region unbestritten.»

Die IG Engpassbeseitigung ist erfreut, dass die dritte Röhre offensichtlich in allen politischen Lagern unbestritten ist. Sie ist auch überzeugt, dass die für den November angekündigten Varianten für den Zubringer Lösungen bringen, die das städtische Verkehrsnetz wie gewünscht entlasten.

In der IG Engpassbeseitigung sind die Wirtschaftsverbände der Stadt St.Gallen (HEV, Gewerbe St.Gallen, WISG) zusammen mit ACS, TCS, Astag und Vertretern aus den weiteren Ostschweizer Kantonen vereinigt. Sie setzt sich ein für ein leistungsfähiges Verkehrsnetz in der Region Appenzell-St.Gallen-Bodensee. Unterstützt wird es auch von eidgenössischen Parlamentariern wie etwa den Ständeräten Karin Keller-Sutter (SG) und Roland Eberle (TG) sowie zahlreichen Nationalräten so auch Nationalrat Andrea Caroni (AR).

IG Engpassbeseitigung zu Güterbahnhof-Initiative

Der Stadtrat hat die (noch nicht gestartete) Initiative «Für ein lebendiges Areal Güterbahnhof ohne Autobahnanschluss» für rechtlich zulässig erklärt. Die IG Engpassbeseitigung ist überzeugt, dass sich die Stadtbevölkerung bei einem allfälligen Zustandekommen des Begehrens in einer Abstimmung klar hinter die Entlastung des städtischen Verkehrsnetzes durch eine konsequente Beseitigung des A1-Engpasses inklusive städtische Anbindungen in alle Richtungen stellen wird.

 Die IG Engpassbeseitigung nimmt den stadträtlichen Entscheid zur Kenntnis und hält fest, dass sie einer demokratischen Debatte und einer Volksabstimmung zuversichtlich entgegensieht. Die angekündigte Initiative verlangt vor dem Hintergrund der geplanten A1-Engpassbeseitigung mit Teilspange eine Anpassung der Gemeindeordnung, wonach die Stadt sich für einen Verzicht auf einen Autobahnanschluss Güterbahnhof einzusetzen habe. Das Komitee behauptet, dass «ein solcher Autobahnanschluss das Areal und die umliegenden Quartiere mit zusätzlichen Immissionen und motorisiertem Individualverkehr belasten» würde.

Echte Entlastung ist dringend notwendig

Tatsache ist, dass die A1-Engpassbeseitigung samt zusätzlichem Anschluss die Stadtbevölkerung vom Verkehr entlasten wird – wo immer der Anschluss auch ganz konkret dann entstehen wird. Die entsprechenden Pläne werden hoffentlich von der Stadt vorgestellt. Der neue Nationalstrassenzubringer Güterbahnhof wird (auch gemäss der bundesrätlichen Botschaft) den Schorentunnel und das nachgeordnete städtische Strassennetz mit positiven Auswirkungen auf den innerstädtischen öffentlichen Verkehr von St.Gallen entlasten.

 

Zum «Komitee für eine fortschrittliche Verkehrspolitik», das hinter der Initiative steht, gehören ausgerechnet jene Kreise, die selbst zu den Mitverursachern der Stausituationen im Bereich der Leonhardsbrücke gehören: Sie hatten sich dort via VCS nämlich vor Jahren mittels Einsprachen für eine unnötige Spurreduktion eingesetzt, die noch heute täglich zu Problemen führt. Auch das jetzige Initiativ-Komitee gibt vor, sich für die Lebensqualität in der Stadt einzusetzen, vergisst aber dabei ganze Quartiere und Tausende von Verkehrsteilnehmern, die täglich sehr unter den heutigen Stausituationen leiden und an einer raschen Engpassbeseitigung stark interessiert sind.